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... was wir oben schon bemerkt
haben : daß nämlich die Schule nicht ausreiche fürs Leben , daß im
Gegenteil dies nur eine neue , und zwar oft viel schwerere Schule sei. Ja
, das Privatleben , wie das öffentliche Staats- und Volksleben soll unsere
höchste Schule sein; es kann andere Lehren geben als die theoretische
Schule der Jugend."Unsere jungen Freunde mögen sich hüten "Kleine
Gelehrte" abzugeben und ihre Schulbegriffe in's Leben hinein zu
tragen : die Zurechtweisung könnte viele Schmerzen kosten. Die Schule
betrachtet das Leben vielfach wie es sein sollte , das Leben aber gibt
sich wie es ist , und ganz andere Kräfte machen sich hier" geltend als
dort ; das wollen wir ihnen als gute Freunde offen sagen und so gewissen
bitteren Täuschungen soviel als möglich vorbeugen.
(aus: Programm des
Grossherzoglichen Badischen Gymnasiums zu Offenburg vom Schuljahre
1863-64) |
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Nach der Meinung eines Verehrten
seien wir: " ... ein besonderer Jahrgang. ( Wir seien )... leicht
renitent, ausnehmend lebensfroh, sehr begabt, doch faul, anfällig für
Chaotisches: ( Bei uns )... denkt man, ( wir ) gehen in die Klasse
11. ( Wir hielten ) kritische Distanz zur Schule. Keine - wie übliche -
Verbrüderung vor dem Abitur mit den Lehrer gegen die " böse "
Landesbehörde, die an allem schuld
ist. " |
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- 4
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Einige
von uns waren in einem Neuhebräisch-Kurs. Dort war in unserem Lehrbuch
obiger Text abgedruckt.Hier ist die Übersetzung :
Wenn ich etwas , uns
Schüler betreffend , frage
sagt man
mir,ich solle mit Nächamah reden. Fragst
Du,warum
die Lehrerin heute nicht kommt? Bitte, frag doch einfach Nächamah. Gibt es
eine Rechnung von der Schule,gehe ich zu Nächamah. Wann ist Nächamah im
Büro? Nächamah ist während der Unterrichtsstunden, vor den
Unterrichtsstunden und Nächamah ist nach den Unterrichtsstunden im Büro.
Ich weiß nicht,ob Nächamah Direktorin oder Sekretärin ist!
Wir sind
fest überzeugt, daß der Verfasser dieses Lehrbuches unsere Sekretärin
gekannt hat, und daß er statt "Nächamah" eigentlich "Frau Fuchs" schreiben
wollte!!! |
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- 5 -
Der
Verwaltungsweg ( Ein deutsches
Märchen von Brüdern und Schwestern am Grimmels )
Um zu
erreichen, daß Referate oder Protokolle möglichst schnell unter die
Mitschüler gelangen, muß folgender Rechtsweg eingehalten werden :
Der
Schüler, der beabsichtigt seine schriftlich angefertigten
wissenschaftlichen Arbeiten einer größeren Öffentlichkeit
preiszugeben, wendet sich dem dafür zuständigen Fachlehrer zu. Der
Fachlehrer prüft die ihm vorgelegten Schriftstücke sorgfältig und
unterzeichnet das Erarbeitete, sollte sich die geringstmögliche
Identifikation in ihm gebären. Nach
der Unterzeichnung begibt sich der Fachlehrer, sollte er nichts
Besseres zu tun haben in das Lehrerzimmer. Im Lehrerzimmer angekommen,
legt er dann die Schriftstücke - in seiner Funktion als Fachlehrer - in einem Fach
ab, das eigens zu diesem Zwecke errichtet wurde.
Nun kann
es sich zutragen, daß in der folgenden Zeit auch der Hausmeister von diesem Umstand Näheres erfährt,
und wird er nicht durch
das Lesen neuer Verordnungen davon
abgehalten erscheint er - wie ganz
zufällig -
im Lehrerzimmer, und siehe da,nimmt die vom Fachlehrer in dem Fach im
Lehrerzimmer abgelegten Dokumente heraus. Nachdem der Hausmeister die
Unterlagen auf ihre technischen Tauglichkeiten hin untersucht hat, begibt er sich in jenen
esoterischen Raum des Schulkomplexes, in dem ihm die technische
Realisierung der Vervielfältigung aufgrund der technischen Hilfsmittel am besten
gelingen könnte.
Ist nun die
Vervielfältigung zum Wohlgefallen aller gelungen, muß der Hausmeister den
langen Marsch durch die Institution " Schule " antreten. Er wird nun die vervielfältigten
Schriftstücke, zuzüglich der Originale in jenes Fach im
Lehrerzimmer zurückbringen müssen, um dem Verwaltungsweg eine weitere Etappe
abzugewinnen. |
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- 6 - |
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Wie es
sich nun so zuträgt, erinnert sich der Fachlehrer ( dunkel ) an irgendwelche Schriftstücke im Fach des
Lehrerzimmers. So wird irgendwanneinmal zu beobachten sein, daß
er sich dorthin begibt und sie, in seiner Funktion als Fachlehrer,
herausnimmt.
Sollte nun in der Zeitspanne
danach der Schüler durch häufiges Fehlen eine zufällige Begegnung mit dem
Lehrer zu verhindern wissen, so kann es natürlich passieren, daß das
wissenschaftlich Dargelegte seinen aktuellen Bezug zum Unterricht
schon längst verloren hat. |
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Kultur und
Technik |
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Irgendwann in den 7o'er-Jahren
:
Herr Huber ( alias Bögenhuber
alias Bökenkamp ) kündigt eine
Klassenarbeit (
neuhochdeutsch: Klausur ) an ...
Es gilt:
Intervalle zu unterscheiden...
Hajo,unser musisch
unterbegabtes Chemie-As aus dem Kinzigtal,
meldet
sich: " Aus Ihrem Geklimpere kann ich nichts heraushören! »
Huber: " Raus!!
" |
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So Bist
Du |
( frei nach Pedro Mafiosi
) |
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1. Wenn mich Deine Hand berührt Ich Dein Adlerauge
spür',
Dann ist
klar, was auch geschieht
Es sei
gut.
So bist
Du, Du, nur Du.
2. Du sagst immer was Du denkst Alter Paragraphenhengst.
Recht und Ordnung und Gesetz Sind kein Mensch.
So wie
Du, Du, nur Du.
3. Und ich spür' in Dir die Kraft, Die uns
alle so sehr schafft • Und
ich weiß, Du erreichst so oft, Was Du willst.
So bist
Du, Du, nur Du. 4. Wie Du Deine
Schüler liebst
Mit Kontroll'
und Druck umgibst,
Selbst
die Lehrer nicht verscho-
Hohohonst.
So bist
Du, Du, nur Du.
5. Allen Schülern gibst Dich nah' Bist
jedoch so unnahbar.
Deine Meinung
gilt, was auch kommen will So lebst Du, Du, nur Du.
6. Du gibst alles, wenn Du gibst. Doch
Du nimmst Dir, was Du kriegst. Großer
Bruder, unser aller Freund. Das
bist Du, Du, nur Du.
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Suche Diskussionspartner
mit dem ich über Schule, Freiheit und Bindung und Selbstver-wirklichung
und soziale Verantwortung diskutieren kann.
Keine Schwänzer!!Korrekt -heit
vorausgesetzt . Unter OStDR nach Ohlsbach.
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- 8 - |
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WIE MAN SCHÜLER GESCHICKT ZU WISSEN FÜHRT
Ratschläge für den altsprachlichen Unterricht von
J.B.
Der weise Lehrer weiß,daß die
Voraussetzung einer guten Arbeit ein angemessenes Verhältnis zu den
Schülern ist.Angemessen bedeutet einerseits ,daß er die Schüler bei
Schuljahrsbeginn mit Handschlag begrüßt und bei Schuljahrsschluß die
Schüler mit einem Bacchus-Trank ("Frascati")
verabschiedet.Andererseits weiß der vorausschauende Lehrer,daß zuviel
Freundlichkeit der produktiven Arbeit hinderlich ist.Aus diesem
Grunde hält er immer eine gewisse Distanz zu den Schülern und
spendiert bei Schuljahresschluß einen Wein,der die Schüler nicht
unbedingt zu Weinliebhabern werden läßt.
Für den Lehrer in seiner Funktion
des erzieherischen Vorbildes ist es eine grundlegende Aufgabe,in dem
jungen Menschen Keime der Liebenswürdigkeit und der Freundlichkeit zu
pflanzen. Besonders der Lehrer eines humanistischen Gymnasiums hat aus
diesem Grunde immer ein freundliches Lächeln auf den Lippen. Mag dieses
Lächeln auf die Dauer auch etwas stereotyp wirken, so prägt sich das Bild
des allzeit Fröhlichen dem Schüler doch tief und nachhaltig
ein.
Was nun die Führung des Unterrichts
betrifft,wird der Lehrer sich durch nichts von seinem vollschematisierten
Unterrichtskonzept abbringen lassen.Mag sein,daß vom Schulhof ein
Gelärme zu vernehmen ist,mag sein,daß ein Schüler eine störende
Zwischenfrage einwirft: Der geübte Lehrer schreibt unerschütterlich
seinen Phrasenkatalog,dessen Vorlage er auf einem handbeschriebenem
Din-A5-Zettel vor sich hält,an die Tafel. In jüngster Zeit waren in
pädagogischen Kreisen zuweilen so verderbliche Dinge zu hören,wie daß der
Lehrer auf die Vorschläge der Schüler eingehen solle.Der erfahrene
Lehrer weiß aber,daß dies dem Lernprozess nur hinderlich ist.Er
beantwortet die Fragen der Schüler immer mit "Jawohl" ,schreibt aber
dennoch den eigenen Phrasenkatalog an.
Bei der Übersetzung lateinischer
Texte ist grundsätzlich zu beachten,daß der Schüler die Sätze nicht selbst
formuliert.Dies könnte zu übersteigertem Selbstbewußtsein des Schülers
führen und ihm so die Eingliederung ins freie Leben,nachdem er aus dem
Schoß der Schule entlassen wurde,erschweren.Es ist daher ratsam,dem
Schüler bei der Übersetzung Hilfestellungen zu geben, damit er auf die
richtige Spur geführt wird. |
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- 9 - |
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Als Beispiel sei der Satz:
Ceterum censeo Carthaginem esse delendam ,gewählt.Die kleinen Hilfen des
Lehrers könnten dann etwa so aussehen: Lehrer : Im übri... Schüler: ...gen
Lehrer : stimme ich da... Schüler:
...für,
Lehrer : daß Kartha...
Schüler:
...go
Lehrer : zerstört wi... Schüler:
...rd.
Durch diese im Grunde
unbedeutende Führung des Lehrers spürt der Schüler,daß er nie
alleingelassen ist,und die Klasse wird dadurch nie falschen Übersetzungen
eines Schülers ausgesetzt. Was nun die Bewertung der Schülerleistungen
angeht,so ist es von panz entscheidender Bedeutung,bei der Punktevergabe
Zurückhaltung zu üben.Es hat sich zum Beispiel bewährt,keine
Lateinarbeit mit 15 Punkten zu bewerten.Dadurch wird dem Schüler
schon in der Schule verdeutlicht,daß er seine Erwartungen nicht zu hoch
ansetzen darf.Mit anderen Worten:Seine Frustrationstoleranz wird
erweitert.
Ein besonderes Problem,mit dem
heutzutage sehr viele Pädagogen konfrontiert sind,besteht in der
Lernmotivation.Doch auch hier gibt es kleine psychologische Tricks,durch
die die Schüler zur Mitarbeit getrieben werden können.So wird ein kluger
Lehrer den Schüler nicht brutal mit dem Wort:"Übersetzen"
konfrontieren, sondern den Schüler durch mancherlei Variationen des
Poten-tialis mit seinem kommenden Schicksal vertraut machen:"Könntest
du,würdest du,wärest du vielleicht in der Lage,wollen wir mal Übersetzen?"
Die geballte Anhäufung dieser Nettigkeiten macht es dem Schüler mehr oder
weniger unmöglich,zu berichten,daß er durch das unerwartete Erkranken
seiner Großtante an der Vorbereitung der Übersetzung gehindert
war.
Da der Lehrer nicht nur
Wisseasvermittler,sondern auch erzieherisches Vorbild sein soll,ist
sein äusseres Auftreten von entscheidender Bedeutung.Dies
bedeutet,daß er sich nur tadellos gekleidet den Schülern präsentieren
sollte,aber auch eine Gangart pflegt,die Ruhe und Gelassenheit
ausstrahlt.Durch eine Limousine gehobener Klasse kann dieser Eindruck noch
unterstrichen werden.
Wird der altsprachliche
Unterricht in dieser Weise gestaltet, so kann eine Verfehlung des
humanistischen Bildungsideals durch die Schüler nur in deren mangelnder
Begabung begründet sein. |
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- 10 -
Aktuelle Untersuchung der Forschungsgemeinschaft " Spiritus
":
DER GRIMMELS - GEIST
Immer wieder ist zu hören, daß am
Grimmels das Lernvergnügen auf undefinierbare Weise sich von dem anderer
Schulen unterscheide und daß ein Fluidum des Wohlwollens und der Freude
hier irgendwie spürbar sei.
Wir sind nun der Frage
nachgegangen, wie der Grimmelsgeist beschaffen ist:
Bedeutet er einfach stumme
Übereinstimmung unter den Schülern, ist er Teil des ideologischen Überbaus
der Schule, ist er ein kollektives Über-Ich aller in der Schule
Betätigten, zeigt er sich darin, daß an der Schule ein " bestimmter Wind
weht ",oder ist der Grimmelsgeist gar in irgendeinem Individuum
personifiziert? Die unterschiedlichen Fragestellungen zeigen,daß dem
Phänomen des Grimmelsgeistes nur unter Einbeziehung der verschiedensten
Wissenschaftsbereiche beizukommen ist.
Da es sich bei dem Grimmelsgeist
offenbar um etwas windiges handelt,kann die Frage nach seiner stofflichen
Beschaffenheit schnell beantwortet werden:Der Grimmelsgeist ist nicht
materiell faßbar, er weht einfach durch das Grimmels.
Um ihm auf die Schliche zu kommen
ist es von äußerster Wichtigkeit, seinen Aufenthaltsort zu kennen.Aber -
es zeigt sich hier ein schier unüberwindbares Problem.Zunächst ist
klar,daß sich der Grimmelsgeist im Grimmels aufhält.Aber - befindet er
sich nun in den Klassenzimmern,im Pausenhof oder - im Lehrerzimmer? Viele
sind der Ansicht,der Grimmelsgeist schwebe ausschließlich über den
Klassenzimmern,da er vor allem bei der produktiven Arbeit im Unterricht
wirksam sei.Für die anderen ist genau das ein Grund,an seiner Existenz zu
zweifeln.Wieder andere meinen,der Grimmelsgeist zeige sich in Geselligkeit
und munterem Tratsch auf dem Pausenhof.Für diese Theorie spricht,daß das
ungeschriebene Gesetz,das Läuten am Ende der Großen Pause grundsätzlich zu
überhören, eigentlich nur von einem allen spürbaren Grimmelsgeist
verbreitet worden sein kann. Die dritte Variante findet bei den Schülern
sehr wenig Zuspruch.Was allerdings beachtenswert ist,ist die Tatsache,daß
mancher das Lehrerzimmer anderst verlässt,als er es betreten
hat.
Zusammenfassend läßt sich
sagen,daß der Aufenthaltsort des Grimmelsgeistes auch heute noch viele
Rätsel aufgibt. |
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- 11 - |
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Ist das Problem ohnehin schon von
äußerster Komplexität,so wurde es durch den Grimmels-Neubau noch
verschärft.Es ist nämlich die Frage entstanden,ob der Grimmelsgeist die
Auslagerung überdauert hat.Es scheint sich in dieser Frage eine
Polarisierung abzuzeichnen.
Die konservative Schule vertritt
die Ansicht,der Grimmelsgeist sei mit den Gemäuern der alten Schule in
Schutt und Staub versunken.Der Grimmelsgeist als solcher sei also gar
nicht mehr existent. Die Vertreter dieser Richtung müssen sich aber den
Vorwurf gefallen lassen,daß sie sich den Grimmelsgeist doch sehr
personifiziert denken.
Die progressive Schule betrachtet
den Grimmelsgeist als gewisses undefinierbares Etwas,dessen konkrete
Existenz im Grimmels auch heute noch erfahrbar sei.Die Übereinstimmung der
Schüler sei nun sogar nicht mehr nur stumm,sondern zeige sich zuweilen bei
klassenübergreifendem,bezugslosem,minutenlangem,sinn- und zwecklosem
Geklatsche.Die Progressivisten sind der Ansicht,wenn man sich vom Kupfer
nicht blenden läßt,sei der Grimmelsgeist nach wie vor zu
finden.
Ein weiteres Problem ist die
Wirksamkeit des Grimmelsgeistes. Der Grimmelsgeist wird von den Einen im
freundlichen Lächeln des Hausmeisters beim Brezelverkauf gesehen,andere
Schüler finden manche Lehrer ziemlich grimmelig.Wieder andere sagen,über
dem Grimmels scheine die Sonne stets etwas heller.Wie dem auch sei, auf
jeden Fall zeigt sich die Wirksamkeit des Grimmelsgeistes für jeden auf
ganz andere Art.
Als Fazit bleibt
festzustellen,daß der Grimmelsgeist für Außenstehende ein schwer
faßbares Phänomen ist.Um wirklich anschaubar zu machen,um was es sich
hierbei handelt,stellt sich die gesamte durchgeistigte Abschlußklasse der
Öffentlichkeit gern als Anschauungsobjekt zur
Verfügung. |
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reformiert...
Wir wollen Ihnen, liebe Leser,
die Sie nicht so gut mit der
reformierten ( Neuhochdeutsch: neugestalteten) Oberstufe
vertraut sind, eine kleine Einführung in das geben,was wir die letzten
zwei Jahre mit Leben ausfüllten (sollten):
Es war die Rede von einer
Gelenkfunktion in der Schule; von
individuellen Bedürfnissen der Lernenden, die ihre Rechte bekommen
müssen; auch von wissenschaftspropädeutischem Verständnis.
Letzteres ist sicher darauf zu
beziehen, daß man lernte, Formulare, Vordrucke, u.a. richtig auszufüllen.
Das reichte von einfachen Vordrucken für ein-oder mehrtägiges Fehlen
(welche man gegebenenfalls öfters benötigte) über Schüler-fachbüchernummernlisten, was schon
aufwendiger war, weiter über seitenlange Formulare für irgendwelche
statistischen Zwecke, auf welchen man darzulegen hatte (bitte mit weichem
Bleistift) weshalb man Kunst
mit Bergbau und Hüttenwesen studieren oder andernfalls Straßenfeger
werden wollte, bis zu solchen Bögen, die sehr häufig am Schulhalbjahrsende
auftraten und deren Inhalt über die eigene Mindestkurszahl bis zum 4. Abiturprüfungsfach
reichte.
Um der flankierenden
Innovationsannulierung zu entgehen, ließ man uns von Stuttgart aus an
einer systematisierten, strukturellen Innovationsmobilität partizipieren,
die mit progressiver Solidarisierung konjugiert war. Durch permanente
Umpolung versuchte man eine graduelle Uniformitätspolarität zu dem alten
Oberstufensystem zu praktizieren. Das sah so aus, daß es keine
Klassenarbeiten keinen Unterricht, keine Klasse, ja selbst keine Lehrer ,
geschweige denn Klassenlehrer mehr gab. Durch eine multilaterale Homogenitätsprojektion
existierten nun ausschließlich Klausuren, Kurse , Kursleiter und
Tutoren. Geblieben sind uns in unserer Frustrationsphase lediglich
ein nichtintegrierter Hausmeister und zwei inkohärente Sekretärinnen. |
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- 14 -
Wen wir so alles
zurücklassen:
- Herrn OStD M.Riedel, der erfreulicherweise
den ihm letztjährig
verliehenen Titel
des " Tyrannen im Demokratenpelz " mit überschäumender Mehrheit
verteidigen konnte. Erbitterter Gegner der " Studienräterepublik
".
- Karl-Heinz Watter, einen an die Verwaltung
verlorengegangenen
Sportsman, der durch
Schulterklopfen und freundliche Worte erstaunliche Erfolge erzielte. Ließ sich
auch durch mäßigen Unterrichtsbesuch nicht irritieren.
- Gerd Bär, den betont lässigen Hobby-Barden;
lernte durch uns
die
Schattenseiten seines Lehrerdaseins kennen. Die Selbstsicherheit seiner Schüler wuchs mit
wachsender Frustration. Aber wie gesagt, ready teddy
go!
- Ernst-Arend Bökenkamp, den untergewichtigen
Musensohn, mit
Hang zu
monumentalen Konzerten. Schwelgt in seinem Camping-Bus in nostalgischen
Ferienträumen.
- Josef Braun, den zeitversetzten Römer, der
in vergilischen
Sphären
schwebt. Versöhnt seine Schüler mit bacchischen Freuden, ist um das leibliche und
seelische äußerst besorgt: (
Ratschläge wie: Spaziergänge, Biertrinken oder Honigessen
)
- Beate Brettar, Trost aller Frustrierten.
Sie ist auch zu Zeiten
heftigster Stürme
nicht um einen entlarvend-einfachen Rat verlegen. Thront über den
Mächtigen ( Zeichensaal ).
- Wendelin Burger, den zackigen
Jungtheologen, der um die
Bedeutung der
äußeren Erscheinung ( Spitzschuhe, Scirocco,
Kunstlederjacke ) für
die Erfüllung des Laien-Apostolates
weiß.
Hält durch permanentes Schlüsselgerassel die Schüler wach.
- Meinrad Busam, den engagierten Quälgeist,
der es versteht jede
- ihm
auch nur annähernd bekannte - Person für seine Mach(t)-werke einzuspannen.
Onkel eines ertappten Kinzigtälers.
- Klaus Faller, den Geschichtsraudi mit
Kojak-Attitüde. Trotz
seiner
Funktion als Non-Konformist und Chef-Bruddler vermochte er uns schlußendlich doch noch in
weinseelige Stimmung zu versetzen. Prost!
- Karl-Rolf Gissler, den Weltinnenminister in
spe, der beste
Kontakte
zu Herrn Hildebrandt pflegt. Karl-Rolf hält die Aussagekraft einer Statistik für stärker
als die von 1ooo Worten.
- Klaus Hauser, den Ex-Grimmelsler mit
Grimmels-Geist, der Latein-
stunden
zum Erlebnis werden ließ. Unser " Leonardo da Vinci des 20. Jahrhunderts " ließ es sich
nicht nehmen, uns, trotz mangelnder fachlicher Kompetenz, zu
schätzen. |
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- 15 -
- Rudi Heinrich, den urigen Wuschelkopf.
Unser Gengenbacher
Original
scheint seine Midlife-Crisis überwunden zu haben. Unveränderliche Kennzeichen: Verwaschener
Jeans-Anzug, immenser Streichholzverbrauch beim
Pfeifenanzünden.
- Fritz Henninger, den ungehobelten
Skatspieler, der auch dem
Gerstensaft nicht
gänzlich abhold steht. Geht mit Erklärungen des Unterrichtsstoffes - im
Vertrauen auf das Wissen seiner Schützlinge - recht sparsam
um.
- Klaus-Dieter Jansen, einen der letzten
Aufrechten. Unser
Lebenskünstler vermag
freudestrahlend vor der Klasse über seine " Tolpatschigkeiten " zu
berichten.
- Frau Klär, die energiegeladene
Jahn-Jüngerin, die durch aufsehen-
erregende Juchzer
und Freudensprünge auf der Trainerbank die Schüler zu optimalem Volleyballspiel
animiert; ist aufgrund ihrer Gummiknochen zu bewundernswerten
gymnastischen Leistungen
befähigt»
- Alfons Kern, den engagierten
Pedalkraftwerker, der nur fürchtet,
daß ihm
der Himmel auf den Kopf fallen könnte, indem die Kinzigtäler Landesgruppe geschlossen "
erkrankt ", und somit seinen Französisch-Grundkurs zur Ein-Mann-Show
degradiert.
- Alfred Nolte, den Politologen mit
geschichtlichem Hintergrund,
dessen
eigentliche Heimat der Ruhrpott ist. Unser VfB-Fan versteht es, durch kosmopolitische
Bekanntschaften die Tücken der
Bürokratie zu meistern.
- Gustav A. Reiche, den Chef-Biologen mit
Drang nach Höherem! Gustl
versteht
sich meisterhaft darauf, selbst einfachste Sach-verhalte kompliziert darzustellen. Gustl
kennt zwei Bücher auswendig: Das Notenbuch und den
Linder.
- Horst Siebenmorgen, unseren aufrechten "
Sechsprozenter ".
Klaus-Dieters
Busenfreund. Mitglied der Viererbände, die in der Großgemeinde Gengenbach
ansässig ist; er zeigte basses Erstaunen über die fehlende humanistische
Bildung seiner Schüler.
- Theo Zeller, den reisefreudigen
Freizeitschwaben, dem Rom zur
zweiten
Heimat wurde. Hält sich durch " höllisches " , . Trainingsprogramm
fit für die Schule.
- Rainer Pfirrmann, den schnauzbärtigen
Stilisten. Wirkt trotz so
manchem
grauen Haar recht jugendlich ( teenie-effect ). Ärgert sich als verkannter Handball-Star
nur ungern mit geographischen Difficilitäten
herum. |
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last but not least : -
PAX |
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Russischer Bär mit
freundlichem Lächeln, der sich nach Prinzbach zurückgezogen hat, um dort
feste Feste feiern zu können. " Im Alter glätten sich die Wogen!
" |
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- 16 - |
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Hausmeister
Hildebrandt: Guter Geist des Grimmels, der die eigentliche
Schlüsselposition an der Schule einnimmt. Ist immer auf ein gutes Verhältnis zu den Schülern bedacht.
Genau wie Frau Fuchs fürchtet er sich vor der grossen Pause, in der seine
Glaskanzel von den regenerationsbedürftigen Schülern bestürmt wird. |
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DAS GRIMMELS- Roulette
Minirätsel für unsere
Giftzwerge:
■■■-..
Die bezeichneten Buchstaben der
einzelnen Lösungen ergeben einen
Ausdruck,welcher die Zustände an unserer Schule annähernd richtig
beschreibt. (Auflösung auf Seite 32 ). |
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1.) Kinzigtäler Landesgruppenchef (Vorname)? (V.N.)
(I.Buch
stabe
2.) Angehender WeltInnenminister
(Nachname)? (2.Buchstabe)
3.) Vorname unseres OST D.R.? (i.B.St.)
4.) Tillis 0-Punkte-Fach?
(I.Bu.St.)
5.) Tierischster Mathelehrer
(Nachname)? (4.B.St.)
6.) Stolzer Besitzer einer 250 fach
geflickten Jeans -
hose (Spitzname)? (2.B.St.) 7.) Welcher rote "Grashüpfer" pfeift aus
dem letzten Loch
ohne dabei
auf den "Kopf" gefallen zu sein (Vorname)? 1 .B. S. 8.) Kleine Musiklehrerin am Grimmels
(Nachname)? I.B.St. 9.) Alias
Gez.Goetz Muskel (Er weiss es selbst nicht) V.N{3.B) 10.) Tonart unseres
Pausenzeichens(1.Buchstabe) 11.) Inhaber des möglicherweise besten
Abi-Zeugnisses(4.B.S.)
in ganz Westdeutschland? 12.)
Unterdrücktes Arbeitstier? 5.B.St. 13.) Beliebtester Freizeitsport aller
Schüler? 3.B.St. 14.) Wuchs von einer Schulstunde bis zur nächsten
um
durchschnittlich 2 Zentimeter
(Dauerschwänzer)? 4.B.St. |
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- 17 - |
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Ein liebes Lied an
Horst
Wer
hatte für uns immer Zeit ? Wer schlichtete übelsten Streit ? Wer konnte bis ins Herz uns sehen
Und all unsre Kritik verstehen ? Wer mühte, sich, der müden Recken
verfaulte Geister zu erwecken ? Wer hielt durch bis ans bittre End -Ein
Streitritter von sechs Prozent ?
Die
Schüler, die vom Stress geplagt, zum
Teil von Duckmaus angenagt, seit dreizehn Jahren stark bedrängt,
in Schubladen-Klischees
gezwängt, die brauchen eine Freundeshand, wie unsereins bei Horst sie
fand. |
Morgens um Sieben...
ist.. |
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..die Welt noch in
Ordnung! |
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Drum,
liebster Horst, warst für uns immer Des düstren Grimmels
Hoffnungsschimmer. |
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gefunden in einem
Mathematikarbeitsheft einer
Oberprimanerin
) |
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- 18 -
Was Lehrer so
sagen
Trotz
überdurchschnittlicher rethorischer Fähigkeiten seitens der Redakteure ist es nicht gelungen unseren
verwöhnten Lesern, die jetzt folgenden Lehreraussprüche durch eine,
uns anstehende, geniale Redewendung zum großen Renner werden zu lassen.
Deshalb riskieren wir
es:
Die
Flucht nach vorne:
Wir
kündigen das, was Lehrer so sagen mit " Was Lehrer so sagen "
an.
Zoller: " In
New York ist 'mal der Strom ausgefallen, und neun Monate später war eine
Bevölkerungsexplosion. Weil die Aufzüge stehengeblieben waren. " Vogel (
steht vor der Tafel ) : " Das gefällt mir
grammatikalisch
nicht. Muß
ich mir mal von weitem ansehen. " Hauser ( hört nicht richtig ) : "
Könnten Sie noch ein paar
Phönchen
zulegen? " Jansen; " Wenn der Storch
den Mann ins Bein beißt, bekommt der Mann
keine
Kinder! "
Jansen: "
Achim, ich muß noch eine Buchbestellung für die Sextaner machen. Denen sag' ich schon seit 14 Tagen,
daß der Verlag Lieferschwierigkeiten hat. " Vogel ( muß alleine Aufsicht führen ) : "
Ich kann für zwei
schauen! " (
Stimmt ! d.Red. )
Achim ( ein
Schüler/s. Überschrift ): " Heute will ja niemand mehr in die Kohlegrube. Das machen nur die
Türken, denn jeder Deutsche
kann ja Lehrer werden. "
Heinrich: "
Früher war ich mal Weltmeister im Kugelstoßen. Ich warf weiter als die Frauen. Wenn ich eine Frau
wäre, hätten die Frauen zu
tun! " |
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- 19
-So ein
Gelalle...
( Lehrer und Schüler in
scheuer Kollaboration ) |
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Einer der
Unsrigen geht auf die Toilette... und kommt zurück. Heinrich: " Hast Du es geschafft? Das war
ja Rekordzeit! " Ralf: " Früh
übt sich. "
Hofmann: "
Can you tell the story? " Klaus: "
Ich bin doch kein Teller. "
Schlett:
" Jetzt muß ich doch nach dem Namen fragen... " Michael: " Michael Bruch ! " Schlett: " Wieviel ? "
Könszöl: " Ihr seid doch ein
blödes Volk! "
DAS VOLK: " Buh! Schweinerei!
Beleidigung! So 'was! "
Könszöl: " Oh! "
Reiche:
" Wie ist dein Name? " Manfred: "
Geruchlos. "
Bökenkamp: " Wo
kommen Sie her? " Sabine ( schlau )
: " Von draußen! " Bökenkamp:
" Ah! "
Faller :
" Was haben Sie denn für ein Lexikon? " Uta: " Weiß nid, schdand nur A-Z drauf.
"
Hauser:
" Sie sagen mir dann, wenn dieses Läuten erschallt! " Günther: " Schu längschd erschallt.
" |
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- 20 -Was
Lehrer so sagen ( Fortsetzung )
Siebenmorgen: "
Damals waren die Frauen schon sehr früh vermählt.
Wenn man
damals mit zwanzig noch nicht verheiratet war, galt man schon als alte
Jungfer, oder man mußte sich mit dem Gedanken herumschlagen, daß der Zug
schon abgefahren sein könnte. So müßte man sich mal überlegen,
inwieweit der Zug schon für Sie abgefahren ist. " (Besser ein Bummelzug
der ankommt, als ein D-Zug,der durchgeht. ) ( d.Red. )
Vogel: "
Jetzt machen wir die Augen wieder auf, denn soviel Zeit
haben wir
noch. " Es läutete zur Großen Pause: Hauser: " Ich freue mich, daß Sie jetzt
Ihre Zähne in dieses
Vesper
hauen können... Na, mampfen Sie schon! " Hauser: " Die hier maßgebliche Zeit von
Christof hat 7.45h erreicht,
sodaß wir
beginnen können. " ( Die Redakteure erfuhren erst jetzt von dieser frühen Aussage.
d.Red. ) Watter: " Es kann
schon einmal passieren, daß man jemand zum
Fenster
hinausschmeißt. "
Bökenkamp: " Die Zungen kommen
nicht in den Mund! " Heinrich: "
Wenn ich mal heirate, dann sind mindestens vier
Kinder
fällig! " Watter: " Morgens wenn ich mich rasiere, schaue ich fünf
Minuten
in den
Spiegel; und ich denk',das ist das Schönste, was
man sehen
kann, und ich sage: ' Hallo Süßer '. " Jolk: " Erster Leitsatz der Pädagogik:
Schreibe nie auf eine nasse
Tafel! " |
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21 - |
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fortgesetzte scheue
Kollaboration
Sabine
kommt, mit rotgefärbten Haaren, verspätet
in den
Englischunterricht:
Bär: "
Ach, da kommt ja unser Rotkäppchen!"
Sabine(sauer): "
Rotkäppchen? Ich sag' zu Ihne' jo au nit Walroß!"
Faller: " Was fällt Ihnen in
der Tabelle zwischen Wein und Bier
auf? "
Günther:
" Daß ä Maß Bier genausoviel koschded hed, wie ä Pfund Rindfleisch.
"
Achim
kommt eine Stunde zu spät in Gemeinschaftskunde. Faller: " Auch schon ausgeschlafen? "
Achim: " Ich war noch uff'm Klo! "
Black
kommt eine halbe Stunde zu spät. Faller: " Au schu do? "
Black: "
I hab' uff'm Wäg zum Bahnhof Gegäwind g'hed un dä Zug vabassd. "
Heinrich:
" Das Verhältnis Schüler-Lehrer... " Sabine: " Normalerweise haben Schüler
keine Verhältnisse mit Lehrern. "
Nolte: "
Welcher Stand bekam auch noch mehr Rechte, der 300-400
Jahre
unterdrückt wurde? " Reifi: " Die
Hexen! " |
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- 22 -
Wenn die
Zunge schneller ist als der Kopf ... ( Neunmalkluges aus der kulturellen Provinz
)
Vogel: "
Nehmen wir einmal an irgendjemand ist ein Pferd.
Dann ist
er auch ein Säugetier und ein Lebewesen. " Werle: " Er hält sich innerhalb
da drin auf. " Heinrich: " Leute, so geht das nicht weiter! Darüber
schreiben
wir eine
Arbeit. Eine unangekündigte, am Dienstag. " Jansen: " Nein, das ist nicht die
Fehling'sche Lösung.
Das ist
die Dingslösung. " Nolte: " Ein
achtzigmetergroßer Mann galt damals ( um 17oo, d.Red.
)
schon als
groß. " Nolte: " Ich hab1
das französische System genommen.
Das
heißt: fünf mal vier gibt zwanzig. "
Hirling:
" Es geht sehr viel guter, wenn wir ruhig sind. " Nolte: " Im Kaukasus leben Leute, die sind
da geboren worden. " Nolte: " Vor dem I.Weltkrieg wussten die Leute
hier noch gar
nichts
vom Öl am Persischen Golf!...Für die war das damals
alles
nur Wüste mit vielleicht ' en paar Ölscheichs!"(Ach,ne). Rudioff: " Seien Sie froh, daß Sie noch
nicht so alt sind, daß
man "
Sie " zu Ihnen sagt. " Heinrich: " Babbel doch nicht den Mist nach, den
ich vorher
gesagt
habe. " Vogel: " Dann müssen wir
etwas über die Verhältnisse wissen; und
dann
wissen wir etwas über die Verhältnisse. " Jansen: " Das Gefäß ist bis unten
aufgefüllt. " Jansen: " Hier sehen wir ganz deutlich, daß der Wal
vom Tier
abstammt.
" Lefevre: " Klappt das eigentlich
mit dem Zuspätkommen? " |
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noch einmal scheu kollaboriert...
Eva ( übersetzt ): " Ich bin verliebt in eine Person mit
großer
Qualität. "
Hajo: " ...mit großer Quantität. "
Pax: " Hans-Jörg sei still. Davon verstehst Du nichts! "
Henninger räuspert sich und
hustet unaufhörlich bei einer Klausur. Gitti ( besorgt ): " Könnten Sie
nicht ein Schluck Wasser trinken? " Henninger ( versteht falsch ): "Du kannst gerne. Ich hab1
aber
kein Bier. Aber der Wasserhahn
steht Dir frei. Nur, ich
hab' kein Glas. " Gitti: " Ich
meinte, Sie sollten Wasser trinken, damit Sie sich
nicht immer räuspern. "
Henninger: " Ich mag kein Wasser. "
Henninger hustet wieder einmal
unaufhörlich.
Gitti: " Wollen Sie nicht mal was
gegen Ihren Husten unternehmen? " Henninger: " Ach! " Gitti: " Woher kommt
er denn? "
Henninger: " Ich weiß, woher er
kommt. Nur habe ich keine Lust damit aufzuhören. "
Bär: " Was heißt " crusade "
?
Gudrun ( ganz glücklich, etwas zu
wissen ): " Kreuzfahrt! "
Bär: " An other English
expression, please! "
Gudrun: " Cross-drive!
"
Jolk: " Nun Mathias, vermute mal
was! " Mathias: " Hä, was isch? " |
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- 24 -
Sokrates in Gengenbach
oder über die Verwirklichung antiker Ideale
heute
Platon würde wohl seinen Augen
nicht trauen, wenn er jenem wunderlichen Mann, von dem die Rede ist, heute
begegnen würde.
Gab es da nicht einmal einen,
der oft auf dem Markt zu finden war -wenn auch der heutige meist nur
wochenends beim Einkauf von Salat oder beim Verzehren einer
Bratwurst?
War da im alten Athen nicht
auch schon einer, der sich weniger als Wissensspeicher denn als
Wissenshebamme verstand, der dem schulischen Lehrbetrieb einen Platz im
Stadtzentrum - warum nicht ein Café? - als Geburtsort für Erkenntnisse
vorzog?
Heißt es nicht auch von jenem
Athener, daß er die Leute um sie - mit scharfsinniger Ironie zu
verunsichern suchte, wobei jetzt besonders Mädchen und Damen seine Opfer
geworden sind?
Sokrates lebt heute in
Gengenbach, wo er dieweil spät abends in Kneipen gesprächslustig an der
Theke steht.
Bereits von seinem antiken
Vorgänger erzählt man sich, daß er bedürfnislos, jahraus , jahrein -
und nicht nur farblich - meist gleich gekleidet gewesen
sei.
Aber ein allzu verlockendes
Äußeres ziemt sich für einen Philosophen ja auch nicht, dem daran liegt,
die Wertskala der Konsumgesellschaft durch den Kakao zu ziehen: dem Modus
des Habens den des Seins entgegenzustellen (Sokrates hat Fromm
gelesen).
Getreu dem delphischen Apoll,
der die Menschen weist, sich selber zu erkennen, ihre Grenzen zu sehen und
ihre Lebensbedingungen zu akzeptieren, läßt Sokrates seine Schüler (ein
Wort, das ihm suspekt ist) ihre Schranken und Schwächen erfahren, indem er
sie nach manchen - zugegeben nicht ganz optimalen - Übersetzungen
kommentarlos vielsagend anschaut und sein Gesicht
verzieht.
Er versteht es, seine Schüler
auf's Glatteis zu führen (durchaus nicht nur im metaphorischen Sinne:
Sokrates liebt das konkret Reelle) und entlarvt ihr vermeintliches
Wissen ("Das war wieder eine tolle Bemerkung. Sowas könnte fast von meinem
kleinen Neffen stammen - und der ist 11"), damit sie merken: "Meint nicht,
ihr seid gebildet! Wir reden alle hier nur
Blödsinn." |
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Vom
humanistischen Pathos ergriffen bleibt er jedoch nicht dabei stehen, seine Schüler zum Bewußtsein ihrer
Begrenztheit zu führen. Der Gefahr des Schrittes in die Resignation stellt
er die Bejahung des eigenen
Lebens und der eigenen Entfaltung (sind doch hochhumanistische
Erziehungsideale), die Entdeckung und Verwirklichung der eigenen
Produktivität gegenüber.
Wer
dürfte wohl nicht Freude am Leben gewinnen, wenn er nach langweiligen
Schulstunden mit Sokrates Ball
spielen oder Plastik-Diskus werfen kann? Wer dürfte wohl nicht über die in
ihm liegenden Fähigkeiten staunen, wenn er mit Sokrates Schlittschuhlaufen
lernt oder eigenständig in eine Bäckerei gehen und Brezeln für den
Griechisch-Kurs kaufen darf?
Ja, der
heutige Sokrates steht in seinen Jeanshosen und weißen Turnschuhen
mit beiden Beinen wie der Alte fest auf dem Boden. Unverständliche und nichtssagende Theorien
auf Wolken schwebender Autoritäten läßt er wie Seifenblasen
zerplatzen: "Soviel wie der da (gemeint ist ein Philosophieprofessor) weiß
ich schon lange und ihr (das sind die Schüler) erst
recht!"
Zwar
betont er immer wieder den "Primat der Seele" (vgl.Mk 8,36), doch auch für
den Körper zeigt er Sympathie. Der Mensch ist ja ein ganzer -also auch durch und durch körperlicher -
Mensch und lebt nicht nur vom
Wort allein.
Darum
verteilt Sokrates seinen Griechen manchmal nach erschöpfender Übersetzung und trockenem Stoff
erfrischende Mandarinen oder Orangen oder anderes Obst.
Wenn er
zu sich einlädt, zeigt er, was mit der sokratischen Methode gemeint ist: vom Konkreten zum Abstrakten -
zuerst geibt's ein Stück Pizza, später dann ein Kapitel
Platon.
Daß
Sokrates kein Ordnungsfanatiker ist, verstehen seine Schüler. Ein
Philosoph hat sich natürlich mit Wichtigerem als dem Haushalt zu
beschäftigen. ("... aber ich
habe in Amerika stets die deutsche Hausfrau verteidigt.") Da hatte es der alte
Sokrates noch gut. Dem besorgte dies alles seine Frau. Aber in der
Moderne lebt Sokrates ohne Xanthippe.
Sokrates
wäre jedenfalls nicht Sokrates, wenn er aus der Not nicht eine Tugend
machen könnte."Ich liebe die Unordnung. Da gibt es immer was zum Staunen." Und mit dem Staunen hat er's
fürwahr. Und er erstaunt auch manche (was ganz in seinem Sinne ist; denn
das Staunen ist bekanntlich ja der Anfang allen
Philosophierens). |
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- 26 - |
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Auch dem
Eros, der die Menschen einnimmt und sie erschüttern läßt,
singt
er nach
wie vor seinen Lobpreis.
Um nichts
weniger ist Sokrates, der schwarzlockige und
pfeifenrauchende,
heute
Christ, der sich nicht scheut, zahlreiche brisante
theologische
Fragen
engagiert aufzuwerfen.
Vertrauend auf die
"Sprengkraft" des Evangeliums erzählt er gern "Träume"
einer
menschlichen Zukunft.
Man
sieht: Es ist ein Sokrates, wie er nicht im Lexikon der Antike
steht
und jenem
doch nicht unähnlich ist.
Wie
jener ist er kein Schulmeister, sondern ein Gesprächspartner,
den
seine
Schüler schätzen. |
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Sin paar Worte zur Geschichte...
Bei der Herstellung der
Abi-Zeitung fiel mir auf, daß keiner etwas zu Klaus F. sagen wollte oder
sagen konnte.
"Mensch, über den F. brauchen wir
noch was," hieß es dauernd, aber jeder drückte sich davor und konnte
selbst nicht sagen,warum.
Die Schwierigkeit liegt wohl
darin, daß Klaus F. in extremer Weise auf die Schüler wirkt. Die
einen mögen ihn nicht, weil er durch seinen Zynismus oft die spezifische
Macht des Lehrers über die Schüler ausspielt, weil er den
Unterrichtsstoff in der Weise vermittelt, daß man/frau ohne eigenes
Nacharbeiten nichts davon hat, weil er durch seine beißende Kritik die
Schülerseelen in Fragezeichen förmlich ertränkt.
Andere schätzen ihn, weil er die
Relativität der Wahrheit, nicht nur der geschichtlichen, und die eigene
persönliche Position im historischen Zusammenhang deutlich machen kann, -
eine seltene Fähigkeit, gerade bei Geschichtslehrerno Noch
eins: Man kann jemanden erst lieben, wenn man auch seine Schwächen kennt
(dies zur Versöhnung beider Seiten!).
Jemand, der ihn schätzt |
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- 27
-Wußten Sie schon
.... |
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..... daß der Direktor im
allgemeinen nur einer unter vielen ist, |
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übrigens,
wir haben
dem Herrn Direktor versprochen, keinen Kommentar zum Umstand des
Schulausschlusses zweier Kinzigtäler Schüler namens Hans-Jörg
Ronecker und Christian Frank in unserer Schulzeitung abzudrucken. Wir
halten unser Wort! |
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Ihr
könnt,falls ihr Lust-habt,
selbstverständlich
Rücksprache bei Hajo und Christian nehmen. Hajo (o7835/8882) und
Christian(o7835/441) |
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- eLÖ
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Wir verziehen
uns:
Ines: Jeanne d'Arc,
Perfektionistin im Punkteseiltanz.
Tilli:
Zuckerrosa angehauchter Polit-Freak mit Hang zur Bühne. Veränderte gelegentlich drastisch sein
Äußeres ( Täuschte uns jahrelang mit einer langen Perücke ). Anatomie der
menschlichen Destruktivität.
Klaus:
Der Mann der Superlative; hatte bei Griechisch-Arbeiten im regen
Zublick.
Andrea:
Absolutes Gehör, versucht neuerdings " Gras " wachsen zu hören»
Chris :
gez. Götz Muskel im Panzerwagen; plant bereits jetzt für seine große
Zukunft.
Koin:
Exil-Österreicher mit künstlerischer Ader. Bezeugt seine Existenz durch gelegentliches
Erscheinen ( Hallo, Koin!
Bisch Du aba gwacksä ! ) Koin hat noch einen Koffer in Berlin.
Gitti:
Bringt Sonnenschein ins Herz hinein! " Überhaupt finde ich es saublöd, dals wir jetzt einen
Vokabeltest schreiben! "
Lachte so manchen Lehrer in Grund und Boden, |
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| - 29 - Heri: Sanftmütiger Tenor mit trocken-deftigem HumorMartin: fährt Polo - liest Golo,
Flieger im Handballtor.
Andre:
Barbarossa lebt! Bei allen Schlägereien dabei! ( als Hilfssani-Täter )
Mathias: Bio-Fässle,
das täglich die Qualität seines Trommelfelles mit Hard-rock-Musik überprüft.
Traumjob: Gitarrist bei Udo.
Uta: von
Kindern umringte Pfadfinder-Mama. Obwohl sie ihren Mann fürs Leben gefunden hat, zwickt
sie zur Begrüßung allen Jungs in den " Arsch ".
Christof:
Der Mann mit dem trockensten Humor - und der feuchtesten Aussprache.
Agi: rein
- rassig - reif; Beherrscht den perfekten Lid-Schlag.
Sabine:
Emma-Freak: " Hey, Szapo halt's Maul! ", Stud-iosa, Hanneles nächtlicher Schatten.
Sebus:
Nach ursprünglicher Basket-Ball-Play-Boy-Phase Aufstieg in die höheren Sphären der neugestalteten
naturwissenschaftlich-philosophischen Lieder-Poesie
( liederliche Gedanken
).
Kristian:
Bärenjäger aus Kanada; spricht perfektes, aber unverständliches Englisch; ungewöhnliche
Gemütsruhe; TV-Star (
Hannele:
sanftwütige Stud-Ente, lässt sich durch Äußerungen über ihr Fahrverhalten
leicht aus der Ruhe bringen; Hannele
killed the Bio-LK.
Daniela:
begeisterter Gräber in Omas Kla-Mottenkiste. reiselustiger Neuzugann aus Französisch-Baden-Baden
mit künstlicher Lockenpracht; überstürzter Wandel
von Disco-Puppe zu Emma-Freak.
Gudrun:
Vertreterin der alternativen Modefarben; taucht gelegentlich aus dem Stud-Nebel auf.
Andy:
dynamisch-cholerischer Pfeifenraucher; hat sein Herz in Bayern verloren.
Reifi: Travolta-mäßig
hochfrisiert wie sein Tutor; legte seinen Käfer unter seinen Seitenspiegel.
Hajo: Grün,
grün, grün sind alle meine Farben; Landesgruppenchef mit Schnittlauch-Locke.
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- 30 -
Rolf:
homo ping-pongiensis, unterhielt uns mit herben Sprüchen, hat Aversionen gegen Clowns; bestreitet
seinen Lebensunterhalt
durch Spielhallenbesuche.
Schlabsi:
Hornblasender Troubadour; Begründer des Fotolabors. Organisationstalent auf allen
Ebenen.
Ash:
Schutterwälder!! Jung-Kolping-Chef; auch bekannt unter: der Kleine mit der großen Klappe. Pocht auf
seine Arbeiter- und Bauern-Abstammung; schimpft auf die Zugewanderten ( Akademiker-Söhnle
).
Manni:
markantiger Athlet, Star-Musiker frei nach dem Motto: Manni, Manni, Manni - aber,
aber.
Black:
energiegeladener, disputfreudiger Schulpolitiker. Führt ein Doppelleben: Basketball und
Gelbes Haus; nicht zu vergessen: Mannis Busenfreund.
Hansi:
Wahnsinns-Drummer; holt selbst noch aus einem alten Schuh die tollsten
Töne raus. Fährt und säuft.
Peli:
Deifelsgeiger, prädestiniert für die Berliner Vielharmoniker unter Herbert von
Karawahn. |
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- 31 -
Protokoll einer Geschichtsstunde |
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oder: "Wie bereite ich meine
Schüler optimal aufs Studium vor?"
Große
Pause. Die Schüler stehen ■beisammen und wollen die letzten 5 Minuten der Pause
auskosten.
Plötzlich:
Ein französischer Kleinwagen, hochfrisiert wie sein Besitzer, mit getönten Scheiben kommt
rasant um die Ecke geschossen. Bremsen quietschen. Staub wirbelt auf.
Türen schlagen. Ein
stattlicher Mann in den besten Jahren, korrekt gekleidet, beschreitet
forschen Schrittes den Schulhof. Zeigefinger hebend mahnt er die Schüler zum
pünktlichen Beginn des
Unterrichts.
Andre
bemüht sich vergeblich, dem schweifenden Lehrerblick zu entgehen: "Andre, auf, hol die Landkarte,
aber dalli!"
Pünktlich
mit dem Klingeln betreten die Schüler den Sitzungsraum (in reformierten Kreisen ein allgemein
gebräuchlicher Ausdruck für
Klassenzimmer).
Aus einem
Berg von Büchern und Blättern dringt eine energische Stimme: "Zack, zack, wir wollen die Sitzung
eröffnen." Im nächsten Moment schon werden Stapel von Blättern verteilt:
"Bitte die Materialien kursieren lassen, den Text analysieren und
thesenartig exzerpieren."
(Hier die
Übersetzung für unsere kleinen Leser: "Verteilt die Zettel und schreibt auf, was euch
auffällt.") Das
wissenschaftliche Niveau der Stunde steht außer Frage. Unter Anwendung der letzten didaktischen
Methodik, gewonnen auf der jüngsten, fachinternen Historikerkonferenz
("Ich hab dort mal wieder auf den Tisch geschlagen!") projiziert er
bunte, kurvige Graphiken an
die Wand. Um das eigenständige, wissenschaftspropädeutische Arbeiten der
Schüler zu fördern ("Wir
arbeiten wie in einem Proseminar") werden Referate verteilt.
Um den
Schein der Freiwilligkeit zu wahren, wird die rhetorische Frage gestellt:
"Wer übernimmt?"
Betretenes
Schweigen. 12 Köpfe senken sich, 12 Augenpaare vertiefen sich in den Text und 12 Schüler
versuchen, sich durch diese
peinliche Frage nicht ablenken zu lassen. "Wer meldet sich freiwillig?
Also, Thomas, du!" Tom erbleicht: "Hä?!"
HAugenpaare
heben sich, ein erleichtertes Gemurmel erfüllt die Stätte der Arbeit, nur einer
schv/eigt....... |
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Das Ende
naht. Die Hausaufgaben werden verteilt. Um künftige Aspiranten für den
Leistungskurs Geschichte nicht vorzeitig abzuschrecken, wollen wir von
einer Auflistung derselbigen absehen, da dies ohnehin den Rahmen
dieser Zeitschrift gesprengt
hätte.
Pünktlich
zum zweiten Klingeln verläßt der "große Schwarze mit der blonden Frau" den
Raum. |
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DAS GRIMMELS- Roulette: |
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- 33
-Folgendes soll auch
nicht der Wahrheit entsprechen...•
- daß Verstösse gegen die Schulordnung mit
zusätzlichem
Sonderurlaub geahndet
werden.
- daß, um Geld zu sparen, ab sofort auf
Toilettenpapier kopiert
werden
soll.
- daß in der schuleigenen Küche nicht mehr
heiß gekocht werden
darf,
daß jeder seine Suppe selbst auslöffeln muß.
- daß der Schulhof zu öffentlichen
Kriechübungen benutzt werden soll.
- daß Beamte im öffentlichen Dienst mit
ausländischen Fahrzeugen
bevorzugt
befördert werden sollen, um weitere Fortschritte im Rahmen der Völkerverständigung zu
erzielen.
- daß neue Planstellen zum Hochglanzpolieren
verstaubter Ansichten
bereits
eingerichtet worden sind.
- daß " Steine in den Weg
legen " aufgrund seines ausgeklügelten
Bewegungsapparates
zum Sport-Neigungsfach erhoben werden soll.
- daß Dachter-Rassen ganz besondere Rassen
sind, und somit nicht
für jeden
zugänglich.
- daß " zur Schnecke gemachte " Mitschüler
zuweilen dem hohen Tempo
des
Lehrplanes, aus gegebenen Gründen, nicht mehr folgen können.
- daß es beim Versuch des Betretens des
Schulgeländes schon
verschiedentlich zu
Kettenreaktionen gekommen sein soll.
- daß Abi-Zeitungen nicht von der Wahrheit
berichten.
- daß die Turnhalle schon längst
fertiggestellt sein soll.
- daß die jetzige SUPER-Prima trotz "
asozialer Elemente "
( Zitat
) die Reife erlangte.
- daß die Schule mit dem Abgang unserer
Klasse einen herben
Verlust
erlitten hätte.
- daß die Schüler des
Grimmelshausen-Gymnasiums den Launen ihres
Direktors
ausgesetzt sein sollen.
- daß häufig erkrankte Abiturienten einen
eigenen Leibarzt
erhalten
sollen.
- daß wir häufig erkrankt gewesen sein
sollen.
- daß der Direktor einen guten Draht zum
Schüler hat.
- daß der Direktor die Sprechanlage auch als
Abhöranlage
benutzen
kann. |
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